25 Jan 2011

Gepostet von in Mondlandung RPG

Mond-RPG 5: Training für die Mondmission

Mit einem lauten Zischen schob sich eine schwere Stahltür auseinander. Dahinter befand sich eine gewaltige Trainingseinheit, genau so, wie man sie noch aus den alten Filmen kennt, in denen die Helden zum Mond fliegen: Ein riesiges, tiefes Wasserbecken, in dem bereits einige Gestalten in Raumanzügen durch labyrinthartige Gänge irrten; Gerätschaften, bei denen die Testpersonen, sofern sie sich wie Leonardo Davincis vitruvianischer Mensch haben einhängen lassen, um alle Achsen geschleudert werden;

Außerdem befand sich im Mondtrainingscenter der ESO einen Bereich, der vollständig von neuartiger Technik eingenommen wurde: Roboter, die sich sehr flexibel auf der Mondoberfläche bewegen konnten und dabei über einen Satelliten von der Erde aus gesteuert werden. Diese gab es in mehreren Ausführungen, zum Teil schwer bewaffnet, zum Teil voller unnatürlich wirkender Forschungsgegenstände, um die Mondoberfläche, vorhandene Elemente und wer weiß, was sonst noch, zu untersuchen; Bequeme, eng am Körper anliegende Raumanzüge, keine sperrige Raumfahrerbekleidung, wie bei der ersten Mondlandung vor fast 120 Jahren; Leuchtende Flüssigkeiten, abgefüllt in kleinen Röhrchen – wozu die wohl gut waren? Etwas versteckt schwebte jemand, wurde dort etwas Schwerelosigkeit erzeugt? Tatsächlich handelte es sich um ein Gravitationsfeld, wie sich später noch herausstellen sollte. Und plötzlich…

Plötzlich explodierte etwas mit einem lauten Knall, funken flogen. In der Mitte des Raumes stürzte jemand und ein kleines Feuer entfachte sich selbstständig. Scheinbar war bei einer experimentellen Datenübertragung etwas schief gelaufen, wobei der Datenträger zerstört wurde. Ein professionelles Rettungsteam war sofort zur Stelle, löschte den Brand und evakuierte den verletzten Mondforscher innerhalb weniger Sekunden.

„Ich freue mich, dass Sie zu uns gefunden haben. In der letzten Woche haben Sie bereits einige Basistests absolviert, durch die es uns möglich war, Ihre Psyche zu begutachten. Denn wissen Sie, wer im Kopf nichts taugt, ist bei uns nicht richtig. Vermutlich wird Ihr Flug zum Mond kein Zuckerschlecken, die Reise lang und beschwerlich und Ihre Rückkehr…Ihre Rückkehr ist natürlich ungewiss und stark abhängig von Ihrem Erfolg.“ Der große Mann, der still den Raum betreten hatte, starrte in die verwirrten Gesichter und begann, schelmisch zu grinsen. „Aber das ist nicht schlimm, denn Ihre Mühe wird nicht vergeblich sein, schließlich werden wir all Ihre Bewegungen überwachen und auswerten können.“ Als der Mann mit seiner Rechten beiläufig zu der Stelle zeigte, wo vor wenigen Sekunden etwas explodierte, veränderte sich seine Stimme einen kurzen Moment, in welchem man seinen Zorn regelrecht spüren konnte. „Ich hoffe für Sie, ich sehe bald Erfolge“, blaffte er zwei junge Männer in weißen Kitteln an. „Nichts desto trotz“, fuhr er in seiner künstlich freundlichen Stimme fort, ändert das nichts an der Tatsache, dass Sie mit dieser Mondmission der Menschheit einen unbezahlbaren Dienst erweisen werden.“ Schon die ganze Zeit gestikulierte er wie aufgeregt mit dem kleinen Finger seiner rechten Hand. Nun ballte er sie zur Faust. Seine Stimme sank, sank tiefer, bis sie einen düsteren Ton erreicht hatte. Dann sprach er weiter. „Nur wenige von Ihnen werden die nächsten Tage bei uns bleiben können. Alle anderen sehen zu, dass sie von hier verschwinden! Colonel, Sie übernehmen den Rest.“ Mit dieses Worten drehte er sich um und verließ in seinem piekfeinen, ganz sicher maßgeschneiderten Anzug, den Raum.

Es folgte ein öder, zweistündiger Vortrag über vorherige Mondmissionen, gelungene sowie misslungene, Probleme beim Start, Gefahren bei der Landung, Anstrengungen des Körpers bei Rückkehr einer Mondmission, Dinge, die um jeden Preis vermieden werden sollten, … So ging es weiter und weiter. Es war 21:00 Uhr, als man sie endlich entließ. In den letzten Tage hatten sich bereits einige Grüppchen gebildet. Diese zogen nun ermüdet von dannen, ohne viel zu reden. Vertrauen hatte sich bisher kaum gebildet, wieso auch. 99% der Teilnehmer würde man schon bald nie wieder sehen. Und anstrengend sollte auch das praktische Mondtraining der folgenden Tage werden…

Einen Kommentar schreiben


Anzeige