3 Mai 2011

Gepostet von in Apollo-Programm, NASA

Apollo 16 – die vorletzte Mission im Apollo-Programm

Nach der erfolgreiche Landung auf dem Mond durch Apollo 15 gab es eine weitere Mission vom Typ J, eine fortgeschrittene Mission im Rahmen des Apollo-Programms: Apollo 16 Auch dieses mal blieb die Crew über drei Tage auf dem Mond, um ihn zu erforschen. Dabei wurden drei EVAs (Außeneinsätze) durchgeführt. Wie zuvor wurden Gesteinsproben genommen und Experimentiereinrichtungen auf gestellt. Neu war, dass eine Ultraviolett-Kamera auf dem Mond montiert wurde.

Der Flug von Apollo 16. Links: Landung auf dem Mond. Rechts: Der Start von Apollo 16

Gestartet wurde der Flug am 16. April 1972 (nach dem einige Wochen zuvor noch zahlreiche Lecks an der Rakete repariert wurden) landen sollte sie wenige Tage später im Descartes-Hochland auf dem Mond, einer noch unerforschten Region auf dem Mond. Drei Tage nach dem Start fiel das Navigationssystem von Apollo 16 aus, wenig später der Schwenkantrieb. Aufgrund der Fehlfunktionen im Kommandomodul Casper hätte man die Mondlandung beinahe abbrechen müssen, doch da durch die Landung von Orion, der Mondlandefähre von Apollo 16, nur ein geringes Risiko entstand, konnte die Landung regulär durchgeführt werden. Am vom 21. April konnte Apollo 16 schließlich eine erfolgreiche Mondlandung verkünden.

Die Crew von Apollo 16

Angeführt wurde dieser Flug von John Young, der mit dem Pilot des Kommando- und Servicemoduls Thomas Mattingly und Charles Duke, dem Pilot der Mondlandefähre Orion ins all reiste. John Young war bereits ein sehr erfahrener Astronaut. Bereits bei zwei Gemini-Flügen und beim Flug von Apollo 10 war er dabei. Während Mattingly in der Kommandokapsel blieb, erforschten Young und Duke den Mond.

Ihr Landeplatz war hügelig und wurde in zwei Terrains unterteilt, dem Cayleyhochland und dem Descarteskrater. Das Cayleyhochland war größteils eben, während die Descartesformation sehr hügelig war. Auch das Mondauto, welches während der Mission von Apollo 15 genutzt wurde, hat man wieder mitgeführt. Insgesamt ist es 27 Kilometer gefahren. Außerdem startete Mattingly aus der Kommandokapsel einen weiteren Satelliten, der den Mond umkreisen und erforschen sollte. Er benötigte dazu 34 Tage und 425 Umrundungen des Mondes. So wollte man allgemeine Eigenschaften von Himmelskörpern erkunden.

Drei größere Außenbordeinsätze wurden während der Apollo 16 Mission durchgeführt. Der erste Einsatz dauerte über 7 Stunden und diente hauptsächlich dazu, Experimentieranordnungen in der Nähe des Landeplatzes aufzubauen. Auch die zweite Tour dauerte über 7 Stunden, dieses mal wurden mit Bohrungen Gesteinsproben aus drei Metern Tiefe entnommen. Beim dritten Einsatz fuhr man mit dem Mondauto zum North-Ray-Krater, zwischenzeitlich erwog man wegen Verspätung, den Einsatz komplett abzusagen, am Ende wurde er nur verkürzt ausgeführt.

Dieser vorletzte Flug zum Mond diente neben den geologischen Erkundungen vor allem dazu, das allgemeine Verhalten von Himmelskörpern zu erforschen. Eine Erkenntnis war, dass die Oberfläche des Mondes nicht – wie bis dahin von Mondgeologen angenommen – durch Vulkanismus entstand, sondern durch die Einschläge von fremden Himmelskörpern. Am 27. April 1972 landete Apollo 16 im pazifischen Ozean, wo alle Crewmitglieder von einem Rettungsschiff geborgen werden konnten. Sie hatten fast 100 Kilogramm Mondgestein bei sich, welches Untersucht und später in Museen ausgestellt wurde.

Apollo 16 Video